/ February 19, 2017/ 0 comments

Mit Edmond fing es an. Kennen Sie Edmond? Nein! Warum auch? Edmond war 2015 ein 17jähriger Junge, der in einem Waisenhaus in Kamerun lebte. Und Edmond interessierte sich für IT!

Doch von vorne: 2015 unternahm Wolfram Theymann, der Initiator von Omni-Academy in einer kleinen privaten  Gruppe eine Reise nach Kamerun, um sich einen Eindruck vom Leben, Arbeiten, Lernen, Wirtschaften in Kamerun zu verschaffen und um zu schauen, wie das konkret aussehen könnte mit der Omni-Academy am Beispiel von Kamerun. Gespräche mit Unternehmern, Unternehmensberatern, Besichtigung einer Augenklinik, Gespräche mit Experten zum Bildungswesen und viele Einblicke in das private Leben von Menschen mit mehr oder weniger Geld für den eigenen Lebensunterhalt vermittelten einen intensiven Eindruck.

Dabei stand auch ein Besuch in einem Waisenhaus auf dem Programm, welches von einer in Kamerun lebenden Deutschen begleitet und mit Spendengeldern aus Skandinavien unterstützt wird. Nach einer Begrüßung durch alle rund 25 dort lebenden Kindern im Alter von einem halben bis 17 Jahre, führte uns Edmond, der damals älteste Junge, durch das Waisenhaus und erklärte uns das Leben dort.

Der Tagesablauf war durch Schule, Lernen, Beten und Hausarbeiten geprägt. Es gab zwar eine Köchin, aber in alle anderen Hausarbeiten inklusive dem Anbau von Gemüse im eigenen Gemüsegarten und der Fütterung und Pflege der Schweine, waren die Kinder jeden Alters involviert. Hinzu kamen alle möglichen Reinigungsarbeiten bis zur Pflege der eigenen Wäsche, die mit der Hand und einem großen Stück Kernseife gewaschen wird.

Die Tour führte durch Speisesaal, Küche, Kapelle und Unterrichtsraum, durch den Gemüsegarten, den Schweinestall, die Waschstände im Freien für die Wäsche bis zu den Schlafsälen der Kinder. Jedes hatte dort ein eigenes Bett und ein klein wenig Platz für die wenigen persönlichen Dinge, die im Wesentlichen aus der eigenen Wäsche bestanden: eine Garnitour Wäsche am Körper, die andere auf der Leine. Weiterhin gab es noch eine kleine Bibliothek mit diversen Büchern und drei Computern, die für Lernzwecke vorgesehen waren. Hier konnten die Kindern zu bestimmten Zeiten lesen oder ihre Schularbeiten erledigen. Die drei Computer waren jedoch kaputt. Im Kamerun gibt es häufig Stromausfälle und damit einhergehend erhebliche Spannungsschwankungen, so dass elektrische Geräte mit teuren Mitteln geschützt werden müssen – oder eben kaputt gehen. Und kaputte Geräte werden in Kamerun nicht unbedingt sofort ersetzt, sondern das kann schon mal dauern.

Nach der kleinen Tour kam Wolfram Theymann mit Edmond ins Gespräch und erkundigte sich, welche Fächer denn in Kamerun in der Schule unterrichtet werden und welche Edmond besonders interessierten. Dabei kam das Gespräch u.a. auf den Informatikunterricht. Dieser läuft mangels funktionsfähigen Rechnern in der Schule überwiegend theoretisch ab. Aber Edmond erzählte, dass er bereits eine eigene kleine Webseite erstellt hätte und ihn das Thema außerordentlich interessierte. Nach einem kleinen “fachlichen Austausch” zur Informatik bat er Wolfram Theymann, ihm alleine zu seinem Schlafsaal zu folgen.

Er holte dann aus seinem Schlafsaal seinen großen und vermutlich einzig privaten Besitz um diesen stolz zu präsentieren: zwei Bücher, eines zum Betriebssystem MS Dos und eines zur Programmiersprache C++. Er sagte, dass er regelmäßig darin lesen würde um zu lernen, um sich zu bilden, weil er später gerne im Bereich der Informatik arbeiten wolle.

Das war der Start des allerersten Projektes der Omni-Academy! Da stehen wir in Kamerun in einem kargen Waisenhaus und ein kamerunischer Junge zeigt uns voller Stolz zwei teilweise deutlich veraltete Computerbücher als seinen vermutlich einzigen privaten Besitz. Er ist stolz darauf und erzählt uns, dass er sich sehr für Informatik interessiert, er sich besseres Leben erhofft und dass er dafür arbeitet, liest und lernt.

Wie heißt das Ziel der Omni-Academy? Unter anderem die Versorgung mit Computern zum Lernen und warum nicht gleich hier damit beginnen? Gesagt getan, das erste konkrete Projekt der zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckenden Omni-Academy ist daraus entstanden. Konnte es denn so schwer sein, ein paar noch gut funktionierende Rechner zu sammeln, mit ein wenig Software auszustatten und nach Kamerun zu schaffen?

War es nicht! Inzwischen haben wir mit Unterstützung eines anderen Sozialprojektes sechs Notebooks nach Kamerun verschifft und dem Waisenhaus (und Edmond) zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen ein paar gebrauchte, aber gut erhaltene Bücher neueren Datums und zu aktuellen und heute verbreiteten Programmiersprachen.

Die Sammlung von sechs Notebooks geschah durch private Kontakte zu Einzelspendern und einer IT-Firma, in der die Mitarbeiter gefragt wurden, ob sie nicht ältere Dienstrechner, die nach Außerdienststellung in den Privatbesitz über gingen, spenden wollten. So konnten innerhalb kurzer Zeit sechs Rechner plus Zubehör gesammelt werden. Der Transport war zuerst noch mal eine Herausforderung, denn wie sendet man zwei große Kartons mit gebrauchten Computern nach Kamerun, verzollt sie dort und sorgt gleichzeitig dafür, dass diese auch dort ankommen? Letztendlich war es einfach. Mit Hilfe einer deutschen Hilfsorganisation, die in Kamerun ein Krankenhaus mit gebrauchten medizinischen Geräten ausstattet, wurden die Kartons mit Inhalt nach Kamerun transportiertund an die privaten Kontakte von Wolfram Theymann übergeben.

Inzwischen sind die Rechner an das Waisenhaus übergeben worden. Nach den ersten Berichten nach der Übergabe wurden die Rechner regelmäßig genutzt und auch ein wöchentlicher Unterricht wurde eingerichtet.

Das Beispiel zeigt hautnah, wie einfach es sein kann, etwas zu tun und Rahmenbedingungen für Bildung zu schaffen. Diese Aktion ist nur ein allererstes Beispiel und es ist schade, dass die Omni-Academy erst am Anfang steht. Wenn man sich nun vorstellt, dass es neben den Computern noch den Zugang zu Selbstlernmöglichkeiten in verschiedenen Fächern gibt oder Edmond über die Omni-Academy weitere Lernmöglichkeiten für seinen Weg in die Informatik aufgezeigt bekommen kann, dann ist die Omni-Academy auf dem richtigen Weg.

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