/ November 21, 2018/ 0 comments

Von unseren Partnern in Kamerun haben wir eine Hilfsanfrage erhalten, die zwar nicht in direktem Kontakt mit usnerem Projekt steht, die wir aber gleichwohl gerne in größerem Kreis verteilen wollen.

Der Bürgerkrieg in Kamerun in den dortigen anglophonen Regionen wirkt sich über die Flüchtenden im Land nun auch auf die anderen Regionen aus. Unsere Partner vor Ort versuchen auch hier entsprechende Hilfestellung zu geben. Aktuell geht es um eine Familie, die nun von unseren kamerunischen Partnern auf privater Ebene unterstützt werden. Die Frau und Mutter der Familie könnte als Schneiderin arbeiten, wenn sie denn eine Nähmaschine hätte. Da wir Anfang Dezember eine Möglichkeit haben, diese mit einem Transport einer anderen Organisation nach Kamerun zu schicken, suchen wir nun kurzfristig eine Nähmaschine als Sachspende (Spendenquittung können wir keine ausstellen).

Doch lesen Sie selbst die Anfrage mit einem Bericht über die aktuelle Situation im Lande:

einen schönen gruss aus bafoussam wo wir noch ganz oberflächlich in peace und happiness leben…

aber die schatten aus dem konflikt in den anglophonen regionen kommen zu uns – und es ist gut so, damit die anderen kameruner merken, dass es tatsächlich ein problem gibt in diesem land.

bafoussam und viele andere orte in der region haben damit zu kämpfen, dass auf einmal schulen überfüllt sind und gesundheitseinrichtungen überfordert. das alles weiss ich schon lange, aber es war trotz meiner kontakte aus den anglophonen region doch noch etwas weit weg.

letzte woche habe ich dann y. hier getroffen. wir kennen ihn schon über zehn jahre lang. er ist ein Moslem und lebt in bamenda und in seinem kleinen dorf weit in den bergen noch hinter kumbo. seine familie lebt überweigend von den rindern die sie in den bergen halten. manche seiner brüder arbeiten aber auch zum beispiel als LKW fahrer oder als verkäufer in der stadt. y. war immer schon sehr clever und kreativ und hat so vieles gemacht. er hatte sich auch ein kleines einfaches haus gebaut und sogar solarenergie genutzt damit sie etwas strom haben . …das ist nämlich dort oben noch ganz und gar nicht allgemein üblich. wir waren früher oft bei ihm und mit ihm unterwegs, denn meine beiden töchter haben leidenschaftlich gerne geritten. yussufu hatte pferde und sie konnten mit ihm lange touren machen. abends hat seine frau für uns brot gebacken und wir haben frische kuhmilch getrunken und bei ihnen am feuer gesessen.

nun sind ganz viele gehöfte der fulani in den bergen abgebrannt worden (ob von den amba-boys, oder dem militär, von der regierung beauftragt oder nicht. das alles ist schwer zu überprüfen und es gibt für alle möglichkeiten leute die dahinter stehen) auch y.  familie hat alles verloren und er ist auf vielen umwegen durch die wälder und für viel geld bis nach bafoussam geflohen – mit seiner frau und den kindern, aber auch cousinen und tanten für die er verantwortlich ist. sie stehen nun da vor einem neuanfang – in bafoussam.

ich habe ihm 30 000 [Kamerunische Francs, ca. 45 Euro] gegeben letzte woche, und er hat damit gleich die beiden jüngsten 5 und 8 jahre alt in einer schule eingeschrieben. die beiden waren seit fast drei jahren nicht mehr in der schule – es war ja nicht möglich – weder in bamenda noch in den bergen können die schulen öffnen ohne konsequenzen zu riskieren.

eine andere freundin hat ihm nun etwas geld geschickt um – sollte er eine kleine wohnung finden – erstmal miete zahlen zu können.

y. frau h. hat zum glück etwas gelernt was sie überall nutzen kann, sie ist schneiderin und hat damit in den bergen ihr geld verdient. aber nun ist auch ihre nähmaschine in dem haus verbrannt -alles was sie hatten….

ich finde es ist sinnvoll, dass sie so schnell wie möglich wieder eine maschine hat, damit kann sie die familie unterstützen -denn auch yussufu hat ja noch keine arbeit.

da dachte ich vielleicht können wir eine nähmaschine von deutschland aus besorgen und mit dem nächsten container mitschicken. vielleicht könnt ihr mal in eurem bekanntenkreis rumfragen ob es dort noch eine maschine gibt die nicht mehr genutzt wird. das wäre doch toll! und die könnten wir dann in den nächsten container mit reinpacken. es kann eine manuelle maschine mit fussantrieb sein, oder eine elektrische.

Wer hat eine Nähmaschine, die er erübrigen kann?

Daher suchen wir nun eine Nähmaschine, natürlich gerne gebraucht, elektrisch oder manuell, die wir über den nächsten Transport unserer Partnerorganisation BonSecours nach Kamerun schicken können.

BonSecours hat in der Vergangenheit ein Krankenhaus in der kamerunischen Hauptstadt Douala mit medizinischem Equipment ausgestattet und dadurch bereits vielen Menschen individuell helfen können. Aktuell arbeitet BonSecours daran, ein medizisches Netzwerk aus 8 Krankenhäusern aufzubauen, diese nach und nach mit benötigtem medizinischem Gerät zu versorgen, Ärzte, Operateure und Pflegepersonal zu schulen (da kommt dann auch die Omni-Academy ins Spiel) und vor Ort mit helfenden Chirurgen aus Europa anzuleiten, Prozesse zu verändern etc.

Also: wer kann kurzfristig helfen?
Bitte bei Wolfram Theymann per Mail oder telefonisch melden:
wolfram.theymann@gmx.de, Tel: 06204-6011041

Eine eventuelle Spende könnte dann direkt per Post an das Lager von BonSecours (in der Nähe von Bonn) gehen und von dort verschifft werden.

Vielen Dank!

Kleines Update am 23.11.2018

Das ging flott! Durch unsere diversen Netzwerke haben wir innerhalb eines Tages eine Nähmaschine bekommen und diese geht mit dem nächsten Transport Mitte Dezember nach Kamerun. Wunderbar und vielen Dank! Ein Bericht folgt, sobald wir Bilder aus Kamerun haben.
Allerdings haben wir nun noch die eine oder andere Nähmaschine in Aussicht gestellt bekommen und sammeln einfach weiter. Denn: generell geht es uns darum nicht nur einzelnen Menschen zu helfen, sondern vor allem Strukturen zu schaffen, die nachhaltig weiter wirken. So entstand dann relativ schnell die Idee mit unseren Partnern in Kamerun einen “Näh-Makerspace” einzurichten mit gesammelten gebrauchten Nähmaschinen und diese vor Ort zur Nutzung frei zur Verfügung zu stellen. Ziel ist die Stärkung von handwerklichen Kompetenzen und eben auch Grundlagen zu schaffen, für Entrepreneurship, wenn die Nähmaschine dabei helfen kann. Dazu demnächst mehr. Wenn ich mir so unsere Partner ansehe: wie wäre es eigentlich mit Näh-Makerspaces an allen Krankenhäusern einer unserer Partnerorganisationen? Oder ähnliches in anderen Ländern der Welt? Wir sammeln lieber mal weiter!

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